GAGs für eine DekadeHerbert zur Nedden, Redakteur und Herausgeber der deutschen GAG-News, erzählt die Geschichte der führenden nicht-englischen RISC OS-Zeitschrift, die ihr zehnjähriges Jubiläum erreicht. |
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Die GAG-News ist eine zweimonatlich erscheinende deutsche RISC OS-Zeitschrift, die es seit 1992 gibt. Mit der nächsten Ausgabe, die im März/April 2002 erscheint, erreicht die Zeitschrift ihr zehnjähriges Jubiläum. In diesem Artikel möchte ich etwas auf die Historie eingehen und beschreiben, wie eine Ausgabe entsteht.
Um an so einem Exoten seine Freude zu haben, brauche ich Kontakt zu anderen Anwendern, dachte ich mir. Ein nachweislich funktionierender Weg, dieses Ziel zu erreichen, war, einen Computerclub zu gründen und eine Zeitschrift herauszugeben. Ich habe dasselbe für meinen vorherigen Computer, einem Memotech MTX, in dem ein Z80 steckte (ein Computer aus dem Vereinigten Königreich, der ebenfalls Basic im ROM hatte) schon einmal getan und wußte daher auch, worauf ich mich einließ. Als erstes brauchten wir einen ansprechenden, gut zu merkenden Namen und kamen auf German Archimedes Group, was abgekürzt GAG ergibt. Die Zeitschrift wurde dazu passend GAG-News genannt.
Aller Anfang ist schwer, erinnert aber stark an die ersten Tage von Acorn selbst, indem wir kein Geld hatten und nur zwei Personen waren: Olaf Krumnow, mein Freund und Co-Redakteur für einige Jahre, und ich.
Die ersten beiden Ausgaben waren nur ca. zehn Seiten lang und ich habe sie auf meinem alten Matrixdrucker auf lose A4-Blätter ausgegeben. Diese Technik wich recht bald einem LaserDirect-System, was die Geschwindigkeit erhöhte sowie den Geräuschpegel senkte (meine Frau freute sich vor allem über letzteres!). Die höhere Auflösung ermöglichte den Wechsel zu einer kleineren Schrift und einem dreispaltigen Seitenaufbau, was die Flexibilität des Layouts erhöhte. Erfreulicherweise stieg die Auflage, so daß ich mir bald einen Copyshop für die Vervielfältigung leisten konnte.
Nach etwa einem Jahr kam der erste richtige Durchbruch: Die erste kommerzielle Anzeige eines deutschen Händlers. Dank der zusätzlichen Einnahmen konnten wir von den fotokopierten A4-Seiten zu einer 'richtigen' Zeitschrift mutieren, die auf A3-Papier kopiert und dann gefaltet und geheftet wurde, und ein grünes Cover hatte. Der Umfang einer Ausgabe war zu diesem Zeitpunkt bei 32 Seiten angelangt.
Zum Glück konnten wir noch mehr Händler davon überzeugen, Anzeigen in der GAG-News zu schalten und das zusätzliche Einkommen ermöglichte uns den Umfang einer Ausgabe auf durchschnittlich 48 Seiten zu erhöhen, ohne den Preis für die Leser zu ändern. Desweiteren wechselten wir bald vom Copyshop zu einer Druckerei und an Stelle eines Ausdrucks lieferte ich dort eine PostScript-Datei an. Die Folge war eine deutliche Verbesserung der Druckqualität der Zeitschrift.
Ausgabe 14, die im Juli 1994 erschienen ist, war viel einfacher zu erstellen, als die vorherigen, da ich mir Mitte 1994 einen Risc PC gekauft habe und die Fähigkeiten des neuen Rechners, insbesondere der Anstieg des Hauptspeichers von den 4MB meines alten A5000 auf anfangs 32MB und dann kurz darauf 64MB machte vieles viel einfacher. Beachtet man insbesondere, daß zum Beispiel News 13 fast 5MB groß war, waren die 4MB RAM vom A5000 wirklich knapp: Für das Dokument stand nur etwa 1MB Speicher zur Verfügung, da der Rest des Speichers für das System, den Bildschirmspeicher, Impression Publisher, die Puffer von LaserDirect usw. benötigt wurde.
Der nächste Meilenstein kam im Juli 1996 als Acorn unser jährliches Clubtreffen besuchte und den StrongARM zeigte. Wie nicht anders zu erwarten, sorgte ich dafür, daß ich rasch einen solchen bekam.
Wir wurden gebeten, ein farbige Hochglanzzeitschrift (oder zumindest ein farbiges Cover) herauszubringen, damit die GAG-News auf dem Tresen der Händler ansprechender wirkt. Da wir die dafür erforderlichen Zusatzkosten jedoch nicht auf die Leser umlegen wollten und die Händler diese nicht übernehmen wollten, haben wir zusammen mit Acorn einen vernünftigen Kompromiß gefunden. Ich habe ein Basiscover entworfen und einige Tausend davon drucken lassen. Das Design war so geartet, daß für die verschiedenen Ausgaben der GAG-News nur schwarz auf das Cover gedruckt werden mußte. Diese Lösung war nicht so teuer und Acorn als auch die Händler haben uns bei der Finanzierung geholfen. Dieses Cover wurde für 15 Ausgaben verwendet.
In den Jahren von 1995 bis Ende 1998 war die GAG-News i.a. 48 Seiten stark: Das war möglich, da ich von einigen Autoren unterstützt wurde. Wie zu erwartet war ein Kernthema der Ausgaben, die im November/Dezember erschienen, die Acorn World Show... bis 1998. In dem Jahr hatte ich nicht viel für den Inhalt der GAG-News geplant, da die Acorn World versprach, sehr spektakulär zu werden – aber nicht stattfand. In der Ausgabe Nummer 40 gab es daher eine 'virtuelle Acorn World'! Ich habe alle Firmen von denen ich wußte (oder annahm), daß sie im RISC OS-Markt tätig waren, angeschrieben und um Informationen über ihre Angebote gebeten. Die Antworten waren überraschend umfangreich und die darauf hin erschienene Ausgabe der GAG-News brachte es auf 56 Seiten (ich mußte die folgenden Ausgaben etwas dünner machen, um die zu hohen Druckkosten wieder aufzufangen).
Im Laufe der Zeit waren nicht nur die Farbcover verbraucht, sondern leider schrumpfte die Anzahl deutscher Händler sowie die Anzahl von Anzeigen. Daher kehrten wir zum Cover auf festem, grünen Papier zurück und ich gab die GAG-News weiter heraus. Dazu kommt noch, daß seit dem Verschwinden von Acorn auch die RISC OS-Gemeine kleiner wird. Das wirkt sich durch eine sinkende Anzahl von Autoren und Seiten in der GAG-News aus.
Wenn ich auf die zehn Jahre GAG-News zurückblicke (die letzte Ausgabe dieser zehn Jahre wird gerade zusammengestellt), dann sind wir stolz, daß wir das geschafft haben. Dafür danken wir insbesondere unseren Abonnenten, ohne die das nicht möglich gewesen wäre. Ich weiß, daß auch andere es versucht haben, die jedoch nicht so lange überlebt haben.
Ich glaube, daß die Hauptgründe für unser 'Überleben' die waren, daß ich die Produktionskosten auf derselben Ebene wie die Einnahmen durch Abonnenten gehalten habe und daß die GAG-News trotz der Tatsache, daß ich sie als Hobby in meiner Freizeit erstellt und herausgegeben habe, immer zum angekündigten Zeitpunkt erschienen ist. Ferner habe ich mich nie darauf verlassen, Beiträge von anderen Autoren zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erhalten; genaugenommen habe ich mich unter'm Strich nie auf Co-Autoren verlassen, um die GAG-News herauszubringen. Für einige Zeit gab es eine Reihe von Autoren, aber leider erlebte ich es immer wieder, daß selbst engagierte, die eine Serie geplant hatten, nach kurzer Zeit wieder aufgaben. Daher habe ich keinen Input für die GAG-News verplant, den ich nicht tatsächlich in Händen hielt. Selbstverständlich habe ich mir immer über Beiträge von anderen gefreut und freue ich auch weiterhin darüber, da das zum einen Arbeit spart und zum anderen so Meinungen und Betrachtungsweise anderer Niederschlag in der GAG-News fanden. Als 'Nebenwirkung' gibt es einzelne Ausgaben, in denen über 95% des Inhalts von mir stammen. Diese Form der Unabhängigkeit hilft allerdings, sicherzustellen, daß die GAG-News erscheint!
Ein anderer, sehr wichtiger Grund ist natürlich, daß es noch genügend viele Anwender gibt, die das lesen wollen, was ich herausgebe. Auch erhalte ich immer wieder aufmunterndes Feedback...
Bezüglich der Hardware ist mein alter A5000 immer noch im Einsatz. Ich habe ihn auf vier Floppylaufwerke aufgerüstet (erfreulicherweise unterstützt der A5000 in der Tat vier Floppylaufwerke) und alle zwei Monate ist er mit dem Kopieren der Coverdisketten für die GAG-News betraut. Für alle anderen Arbeiten verwende ich meinen Risc PC mit 64Mb RAM, der mittlerweile unter RISC OS 4.27 (das ist das zweite ROM-Image von RISC OS Select) läuft. Die LaserDirect-Karte und der dort angeschlossene Canon LPB-4+ arbeiten noch und ich hatte damit nie Ärger. Trotzdem muß ich mich langsam nach einem anderen Drucker umsehen, da es immer schwerer wird, Toner für den Drucker zu bekommen... und ich, wie ich zugeben muß, nichts gegen ein schnelleres Gerät hätte.
Die Mitgliedschaft in der GAG hat mit dem Abonnement der GAG-News nichts zu tun. Die GAG ist einfach ein Club, wohingegen die GAG-News, wenn man es ganz genau nimmt, eine kommerzielle Publikation ist (ich mußte für sie ein Gewerbe mit Vorsteuerabzugsberechtigung anmelden, damit ich den Händlern für ihre Anzeigen eine Rechnung stellen konnte). Und zur Zeit ist es so, daß einige Abonnenten keine GAG-Mitglieder sind, und umgekehrt.
Die Grundidee hinter der GAG ist, eine Basis zum Kennenlernen anderer RISC OS-Anwender (ehemals Benutzer von Acorn-Computern) zu bieten und Treffen zu arrangieren, Informationen auszutauschen, einander zu helfen usw.; das dürfte die Grundidee der meisten Computerclubs sein.
Als wir (Olaf Krumnow und ich) in 1992 anfingen, bestand die German Archimedes Group aus nur zwei Personen. Um bekannt zu werden, haben wir uns umgesehen, mit Händlern und anderen Clubs gesprochen, sind auf Shows gegangen und haben eine Website aufgebaut (die dankenswerter Weise von unserem Provider gesponsort wurde). Um Laufe der Zeit haben immer mehr Leute von uns erfahren und die Zahl der Mitglieder stieg; allerdings kann ich beim besten Willen nicht sagen, wie all diese User von uns erfahren haben. Ferner wurden wurden wir durch eine deutsche Mailbox und einige Händler als auch Acorn dabei unterstützt, bekannt zu werden.
In den besten Jahren zwischen 1995 und 1998 hatten wir über 500 Mitglieder über ganz Deutschland verteilt sowie ca. 30 in der Schweiz und Österreich, ein paar in den Niederlanden und einige anderswo in der Welt.
Mittlerweile gibt es mehrere Stammtische (meist in größeren Städten), aber das Highlight ist unser jährliches Clubtreffen. Dieses beginnt an einem Samstag gegen 11 Uhr und endet am darauffolgenden Sonntag so gegen Mittag. Der Grund dafür, daß das Treffen länger als einen Tag dauert ist, daß es sich so für die, die eine längere Anreise haben, überhaupt lohnt, hinzufahren (uns eingeschlossen). Am Samstag ist das Ende des Treffens offen und es dauert für einige i.a. bis lange nach Mitternacht, so daß man eine gute Chance hat, sich zu unterhalten, Dinge auszuprobieren und ein Bier zu trinken, ohne an den langen Heimweg zu denken. Das Treffen findet in einer Art Jugendherberge statt und wir haben als Preis für eine Schlafgelegenheit und drei Mahlzeiten ca. 25 Euro ausgehandelt. Normalerweise sind wir um die 40 Teilnehmer auf den Treffen.
Zwei unserer Treffen haben über 60 Besucher angelockt: Im Jahre 1996, als Acorn uns besuchte, um den StrongARM zu zeigen (der erst kurz davor der Öffentlichkeit präsentiert wurde) und im Jahre 1998, als Acorn ein zweites Mal zugegen war, diesmal, um die Phœbe zu zeigen.
Das nächste große GAG-Clubtreffen findet am 4. & 5. Mai 2002 statt; Details stehen auf unserer Website unter http://www.gag.de/.
So, nun zurück zur GAG-News:
Sobald es finanzierbar war, welchselte ich zu einer Druckerei, der ich PostScript-Dateien an Stelle von Ausdrucken anlieferte. Die Druckerei verwendet eine Xerox Docutech mit einer Auflösung von 'nur' 600 dpi, aber die Druckqualität ist deutlich besser als die der meisten 600 dpi-Laserdrucker für den Heimgebrauch.
Ich weiß nicht, warum das mit der Verwendung von PostScript für die Übergabe der GAG-News an die Druckerei bei mir so problemlos geklappt hat; interessierte Leser werden sich sicherlich an diverse Beiträge im Internet und in verschiedenen Zeitschriften erinnern können, die Probleme in Zusammenhang mit PostScript behandeln. Meines Erachtens ist die Tatsache, daß ich vorab mit jemandem in der Druckerei über PostScript gesprochen habe, einer der Gründe dafür, daß es so glatt ging.
Als Druckertreiber für PostScript verwendete ich (und verwende noch) den für den Apple LaserWriter NTX II, da mir dieser von der Druckerei genannt wurde. Um jegliche Probleme mit Fonts zu vermeiden (ich verwende Stone Serif für den Text und Fritz Quadrata für Überschriften; beide stammen von der Electronic Font Foundry), habe ich jegliche Fontmappings im Drukertreiber abgeschaltet. Diese Einstellungen macht man mit FontPrint. Dazu lädt man Printers, wählt den PostScript-Druckertreiber aus und löscht dann mit FontPrint alle Mappings (deutsch: Zuordnungen).
Im Laufe der Zeit sind immer wieder neue Versionen von Printers erschienen und damit auch ein paar Probleme (soweit ich es erinnere, war die Version 1.5x nicht für meine Zwecke geeignet). Daher bin ich für die PostScript-Ausgabe einfach bei Version 1.28c geblieben. Mit RISC OS 4 wechselte ich zu Printers 1.64 und damit klappte alles bestens (ich verwende immer noch den guten, alten Apple LaserWriter II NTX-Treiber). Mit RISC OS Select habe ich Printers+ 1.90 bekommen und werde bald herausfinden, wie gut diese Version geeignet ist.
In Impression Publisher setze ich die 'Typesetting'-Optionen auf 600 dpi, da die Xerox Docutech, die die Druckerei einsetzt, eben diese Auflösung hat. Mit einem 'PostScript screen' von 120 lpi, werden Verläufe, Screenshots usw. in guter Qualität gedruckt. Sogar schwarzer Text auf einem hellgrauen Hintergrund ist kein Problem.
Einmal habe ich feststellen dürfen, daß es RISC OS-Software gibt, die ihren Pendants für Apple und Windows überlegen ist. Das farbige Basiscover, welches wir für einige Zeit genutzt haben, hatte als Hintergrund eine große Acorn-Eichel mit einem hellen Lichtpunkt (dank an Acorn, daß ich die Eichel verwenden durfte). Diesen Lichtpunkt habe ich in ArtWorks als Farbverlauf ('Blend') erzeugt. Wohl wissend, daß solche Farbverläufe zu drucken nicht einfach ist (ich wollte einen gleichmäßigen Verlauf und keine abgestuften Farbringe haben), wähnte ich mich auf der sicheren Seite, als ich beschloß, den Farbverlauf mit den Programmen zu erzeugen, die die Druckerei einsetzt. Zu der Zeit hatte die Druckerei alle möglichen Bildverarbeitungs- und Layoutprogramme auf Apple und Windows, die ich kannte – und einige mehr. Doch egal, was wir auch ausprobierten, war es uns nicht möglich, einen kreisförmigen Farbverlauf zu erzeugen, der auch nur halbwegs vernünftig ausgedruckt wurde.
Also griff ich wieder zu ArtWorks und erzeugte eine PostScript-Datei mit den Einstellungen, die mir die Druckerei genannt hatte: 2540 dpi und 152 lpi. Diese Datei wurde in der Druckerei auf Film ausgegeben und das Resultat war beeindruckend. Selbst unter einer Lupe war der Farbverlauf einfach perfekt.
Die Beiträge für die GAG-News bereite ich in einfachen Textdateien vor, wobei ich für einige Stile Kürzel einfüge. Der Vorteil der Textdateien ist, daß ich diese einfach an meinen Co-Redakteur (Rainer Schubert nimmt diese Aufgabe seit einiger Zeit wahr) zum Korrekturlesen übersenden kann. Auch kann ich die Texte leicht in TechWriter für die Rechtschreibprüfung laden. Für den Import der Texte in Impression Publisher habe ich mir ein kleines Programm geschrieben, welches meine Kürzel in Stilinformationen im Impression DDF-Format konveriert, so daß beim der Texte Laden einige Stile automatisch gesetzt sind.
Ich spiele schon länger mit dem Gedanken, auf Ovation Pro umzusteigen. Die Gründe dafür, daß ich das noch nicht getan habe, haben überhaupt nichts mit der Leistungsfähigkeit von Ovation Pro zu tun, sondern mit mir!
Nun, da ich Publisher zehn Jahre lang recht viel verwendet habe, meine ich, daß ich recht effizient damit arbeiten kann. Das Layouten mit Ovation Pro würde mit nicht so flott von der Hand gehen, da es anders ist. Ferner müßte ich mein Basislayout in Ovation Pro neu aufbauen, mein Konvertierprogramm umschreiben und Testen, daß alles funktioniert – einschließlich dem Drucken via PostScript-Datei bei der Druckerei. All das kostet Zeit und bislang habe ich die nicht gehabt – auch, weil meine Frau, Tochter und der Garten ihren Anteil meiner Freizeit für sich beanspruchen.
Bis auf einzelne Seiten mit Werbung liegt jede Ausgabe der GAG-News in Form eines Impression-Dokuments vor, wobei ich aufgrund der Größe das Applikationsformat gewählt habe. Auf meinem alten A5000 mit nur 4 MB RAM war das die einzige Chance, aber auch auf meinem Risc PC mit seinen 64 MB RAM brauche ich dieses Dokumentenformat, da einige Ausgaben der GAG-News über 40 MB groß sind. Anders als Zeitschriften wie Acorn Publisher wird die GAG-News in Schwarz/Weiß mit 600 dpi gedruckt, so daß ich bei Bedarf hochauflösende Bilder in Graustufenbilder umsetzen kann, und so Platz auf der Festplatte als auch im Hauptspeicher sparen kann.
Das DIN A4-Format mit drei Spalten bietet viel Flexiblität beim Einfügen von Bildern, da fast jede Bildgröße untergebracht werden kann und Überschriften über zwei oder drei Spalten laufen können. Desweiteren kann ich Tabellen oder Programmlistings in einem Kasten absetzen, der zwei oder drei Spalten breit sein kann, was diese speziell bei längeren Zeilen besser lesbar macht.
Bilder oder andere eingefügte Objekte setze ich oft so, daß sie nicht ganz innerhalb von einer oder zwei Spalten stehen, sondern auf einer Seite überstehen oder zwischen zwei Spalten liegen, so daß sie beidseitig vom Text umflossen werden. Das macht das Setzen zwar etwas aufwendiger, sorgt aber für einen weniger monotonen Seitenaufbau.
Die Artikelüberschriften werden in einer recht großen Schrift gesetzt, Zwischenüberschriften innerhalb eines Artikels sind fett und mit zwei Zeilen vom davorliegenden und einer vom folgenden Text abgesetzt, so daß sie gut zu erkennen sind und die Seiten nicht überfüllt wirken.
Auf den Seiten mit den Neuigkeiten, bei denen die meisten Beiträge eher kurz sind, ist für die Titel nicht so viel Platz vorgesehen – sie sind im Prinzip nur fettgedruckte Zeilen. Der Grund dafür ist, daß sonst ein Viertel einer Seite für die Überschriften und den Leerraum um sie herum draufgehen würde und so viele hervorstehende Überschriften nicht mehr hervorstehen würden. Daher wurde ein kompakterer Aufbau gewählt (der auch Platz und damit Produktionskosten spart).
Bezüglich der Frage, wie ich die Beiträge in das Layout einbette, um die Seiten zu füllen, siehe weiter unten.
Neuigkeiten sind übrigens ein sehr zentrales Thema in der GAG-News, da sich viele User mit dem Lesen englischer Text schwer tun und/oder keinen Internetzugang haben. Desweiteren ist das Abonnement englischer Zeitschriften dank der Wechselkurse in Deutschland nicht gerade preiswert.
Ich sammle die Informationen, die über diese Mailingsliste laufen und bereite sie für die GAG-News auf, damit alle Leser Nutzen davon haben. Gelegentlich greife ich auch hier angesprochene Themen auf, und schreibe dazu längere Beiträge (oder bitte jemanden darum, der darüber besser Bescheid weiß).
Die Hauptaufgabe bei solchen Beiträgen besteht darin, sie ein wenig zu überarbeiten. Ich versuche, sie nicht komplett umzuschreiben, um sie nicht zu verunstalten. Falls ich der Meinung bin, daß größere Änderungen erforderlich sind, wende ich mich an den Autor, damit wir beide mit dem Ergebnis zufrieden sind.
Wie schon im Rückblick oben erwähnt, verlasse ich mich nie auf Input von Co-Autoren, was bedeutet, daß ich die GAG-News ohne avisierte Beiträge von anderen Autoren fristgerecht herausbringe, falls notwendig.
Das Hauptproblem hierbei ist nicht das Schreiben selbst, sondern die Themen, über die man schreiben kann. Daher sind Testversionen neuer Hard- und Software jederzeit willkommen. Weitere Dinge, über die ich schreibe, sind die Anwendungen, die ich selbst einsetze, Probleme, die ich gelöst habe und selbstverständlich auch Themen, um die mich Leser gebeten haben. Gelegentlich erhalte ich auch Software, die ich nicht vernünftig testen kann, weil ich mich mit deren Umfeld nicht auskenne (das bekannteste Beispiel dafür war Sibelius). In solchen Fällen versuche ich jemanden für einen Testbericht zu gewinnen, der besser Bescheid weiß.
Was den Inhalt der GAG-News betrifft, ist die genaueste Aussage, die ich machen kann: "es hängt davon ab". Die Rubrik mit den Neuigkeiten ist selbstverständlich immer vorhanden und da in zwei Monaten viel passieren kann, erstreckt sich diese normalerweise über mehrere Seiten. In der letzten Ausgabe eines Jahres wird diese Rubrik jedoch weitgehend durch den Bericht von der Acorn World Show bzw. nun die RISC OS Show ersetzt. Eine weitere regelmäßige Rubrik sind die Fragen und Antworten, aber da weiß man nie, welche Themen zur Sprache kommen.
Testberichte neuer Hard- und Software nehmen ebenfalls regelmäßig Platz ein (sofern ich mir das fragliche Produkt selbst kaufe, eine Testversion erhalte oder jemand anderes einen Testbericht schreibt).
Der restliche Inhalt einer Ausgabe basiert meist auf Dingen die ich mit meinem Risc PC selbst gemacht habe; kürzlich ist so ein Bericht über einen Router zustande gekommen, über den ein Zugang ins Internet via Modem oder ADSL möglich ist. Andere Quellen für Ideen für Beiträge sind Fragen und Wünsche von unseren Lesern als auch Artikel anderer Autoren.
Im Laufe der Zeit hat sich eines gezeigt: Fast alle Artikel behandeln 'ernste' Hard- und Software. Spiele und ähnliches werden kaum beleuchtet – wahrscheinlich mangels Interesse oder Know-How zum Schreiben derartiger Artikel. Davon abgesehen haben wir so ziemlich alle Themenbereiche behandelt, angefangen mit Grundlagen, Hintergrundinformation und Programmierung von einfachen Programmen bis hin zum Wimp, S-Base-Programmierung, alle mögliche Hard- und Software sowie viel Tips und Tricks.
Da die GAG-News eine Computerzeitschrift ist, sind die meisten Bilder Screenshots. Alle Screenshots skaliere ich auf 55% der Originalgröße, da sie in der Verkleinerung noch gut lesbar sind und der Text in ihnen etwa so groß ist, wie der Text in der GAG-News selbst. Die Konsequenz ist offensichtlich, daß nicht alle Screenshots gut in eine, zwei oder alle drei Spalten passen, so daß sie manchmal vom Text umflossen werden müssen. Gelegentlich erzeuge ich einen Screenshot auch neu, damit er besser auf die Seite paßt, aber ich ändere definitiv nie den Skalierungsfaktor, um Screenshots in eine, zwei oder alle drei Spalten einzupassen, da ich der Meinung bin, daß eine einheitliche Bildschirmfotogröße besser aussieht.
In diesem Stadium beginne ich alle längeren Beiträge auf einer eigenen Seite, um ein Gefühl zu bekommen, wie lang sie sind und ob ich genug Material für eine ganze Ausgabe zusammen habe.
Der nächste Schritt ist das endgültige Layouten, was bedeutet, daß ich am Anfang anfange und überall dort, wo es notwenig ist, Silbentrennungen vornehme. Da die GAG-News eine deutsche Zeitschrift ist, ist Silbentrennung wichtig, da deutsche Wörter bedingt durch die zusammengesetzten Hauptwörter lang werden können. Das ist im Englischen nicht so verbreitet, weil dort z.B. das "Kapitänskajütentürschlüsselloch" aus einzelnen Wörtern besteht: "captain's cabin's key hole". Entsprechendes gilt natürlich auch für Begriffe aus dem Computerumfeld ("Computertastatur" vs. "computer keyboard") und insbesondere bei Text, der Bilder umfließt ist die Silbentrennung wichtig.
Manchmal habe ich Glück und ein Beitrag paßt genau auf eine oder mehrere Seiten oder er endet zumindest unten in einer Spalte; aber dank Murphy ist das eher nicht der Fall. Wenn der Text etwas zu lang ist, kann ich ihn i.a. etwas kürzen, indem ich den Text ein wenig ändere oder vereinzelt die Buchstaben in einer Zeile etwas enger setze. Falls ich Bilder im Artikel habe, kann ich ggf. eines rausnehmen, dessen Größe ändern oder es verschieben, um Platz zu gewinnen.
Ist andererseits etwas Platz am Ende frei, prüfe ich, ob es Sinn macht, etwas Text zu ergänzen oder ein Bild zuzufügen. Anderenfalls lasse ich den Platz frei (um ihn eventuell später zu füllen). Damit will ich andeuten, daß ich nicht sicherstelle, daß alle drei Spalten einer Seite immer genau bis unten gefüllt sind; versuche das mal mit einer 30-seitigen Zeitschrift mit drei Spalten pro Seite und Du wirst sehen, daß das viel Zeit kostet.
Ist zu viel Platz auf einer Seite frei, beginne ich den nächsten Artikel auf der Seite. Damit der Anfang des neuen Artikels gut zu erkennen ist, ziehe ich eine waagerechte Linie über alle drei Spalten und begrenze den Platz für den vorherigen Artikel auf den Teil der Seite oberhalb von der Linie. Reicht der Platz dafür nicht ganz aus, so lasse ich dem ersten Artikel die erste Spalte und ziehe die Linie nur über zwei Spalten Breite. Das hat bislang immer geklappt.
Eine weitere Faustregel ist, längere, wichtige Beiträge immer auf einer linken Seite zu beginnen, damit sie am Anfang zwei nebeneinanderliegende, volle Seiten belegen können. Das ist vor allem dann von Vorteil, wenn mehrere Bilder oder Screenshots zum Text gehören. Ich versuche Verweise auf Bilder zu vermeiden, bei denen die Bilder nicht auf derselben oder zumindest der nebenstehenden Seite und damit nicht direkt sichtbar sind.
Im Fall der Spalten mit Neuigkeiten, wo die Einträge eher kurz sind, vertausche ich die Texte, um sie möglichst jeweils komplett in eine Spalte zu bekommen, wobei ich dabei sicherstelle, daß verwandte Themen (alle Beiträge rund ums Drucken stehen hintereinander) zusammen bleiben.
Falls der Eindruck entstanden ist, daß das Layouten einfach und geradlinig vonstatten geht, dann freut mich das. Das emfinde ich im Grunde jedenfalls so... nun, so sollte es nach fast zehn Jahren Praxis auch sein. Trotzdem dauert es einige Stunden und hierbei ist die Option von Publisher, vier oder auch acht verkleinerte Seiten auf ein DIN A4-Blatt zu drucken, sehr hilfreich, da ich so einen guten Eindruck darüber erhalte, wie voll die Seiten sind und wo noch freier Platz für kleinere Dinge ist.
Ist das Layouten fertig, drucke ich für eine letzte Kontrolle die komplette Ausgabe in halber Größe aus, wobei gegenüberliegende Seiten nebeneinander auf einem DIN A4-Blatt positioniert werden.
Die letzte Aufgabe ist das Erstellen des Inhaltsverzeichnisses und des Deckblatts. Mit der eingebauten Funktion von Publisher erzeuge ich das Inhaltsverzeichnis ('Table of Contents') und bringe die Zeilen dann in die richtige Reihenfolge. Die Umsortierung ist notwendig, da die Überschriften längerer Beiträge aus einer eher humorvollen Hauptüberschrift, gefolgt von einer seriösen bestehen, ich im Inhaltsverzeichnis jedoch die seriöse als erste haben möchte, damit die Beiträge schneller auffindbar sind. Der zweite Grund für das Umsortieren ist, daß Publisher hierbei nicht einmal die Reihenfolge der Seiten aufsteigend hinbekommt!
Abschließend suche ich die interessantesten Beiträge heraus, erwähne sie auf dem Cover und versehe sie im Inhaltsverzeichnis mit einer Hervorhebung.
Der Rest ist einfach: Die vollständige Ausgabe für mein Archiv auf Papier und einmal für die Druckerei als PostScript-Datei ausgeben. Die PostScript-Datei kopiere ich in ein Zip-Archiv und übertrage dieses per FTP an die Druckerei. Normalerweise kann ich dann die gedruckten Hefte fünf Tage später abholen und versenden.
Während ich darauf warte, daß die GAG-News von der Druckerei zurückkommt, kopiere ich die Coverfloppies, etikettiere die Umschläge für den Versand und mache die Buchhaltung.
Ich habe vor, die GAG und die GAG-News solange weiterzumachen, wie genügend Interesse an diesen besteht. Ich bin recht sicher, daß ohne diese beiden, die Zahl der RISC OS-Anwender in Deutschland deutlich keiner wäre. Verglichen mit dem Vereinigten Königreich muß man im Hinterkopf behalten, daß es in Deutschland kaum RISC OS-Händler gibt, so daß fast 90% der User nicht einfach einen besuchen können.
Falls Sie etwas für RISC OS herstellen, bin ich immer dankbar für Informationen darüber, Testversionen, Werbung usw.
Kontakt für die GAG-News und die GAG:
Herbert zur NeddenTel +49 (41 07) 99 00
Fax +49 (41 07) 86 00
Email: HzN@HQ.gag.de (kein Spam, bitte!)
Homepage: http://www.gag.de/
Die Mitgliedschaft in der German Archimedes Group kostet nichts.
Das Abonnement der GAG-News kostet EUR 26,70 für ein Jahr; das schließt sechs Ausgaben samt Coverdiskette und Versand innerhalb von Deutschland ein. Außerhalb von Deutschland bitte anfragen (wir haben Partner in Österreich, der Schweiz und den Niederlanden, die die GAG-News dort weiterverkaufen, um Porto für die Abonnenten in diesen Ländern zu sparen).
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